In der taz ist ein Interview mit Katharina Spieß, welche Expertin für die Polizei bei Amnesty International ist. In diesesm Interview spricht sie darüber, dass es keine unabhängigen Ermittlungen gegen Polizisten gibt. Ich denke, dass viele Polizisten nicht gerne gegen ihre eigenen Leute arbeiten (wer macht das schon gerne?), aber es ist notwendig, dass das mit der gleichen Genauigkeit und Unvoreingenommenheit passiert, wie ich das bei anderen Straftaten erwarte.

Und wo hier gerade von AI und der Polizei die Rede ist, passt ein Hinweis auf die Kampagne zur Kennzeichnung von Polizisten. Transparenz schützt Menschenrechte – der Slogan ist gut und er passt. Eine Kennzeichnung von Polizisten gibt Opfern von Polizeigewalt und deren Zeugen die Möglichkeit Beamte in ihren Riot-Gears zu identifizieren und Verfahren gegen sie einzuleiten.
Dass man so Polizisten Racheaktionen und mehr Gewalt aussetzt halte ich für kein gutes Argument. Ich benötige keine Klarnamen auf Uniformen, aber eine eindeutig zuzuordnende Nummer wäre eine Hilfe. Es muss ja auch nicht jeder Polizist immer die gleiche Nummer haben, die können pro Einsatz wechseln. Aber es muss später eindeutig nachvollziehbar sein wer welche Nummer trug.

In Berlin klappt das mit der Kennzeichnung doch auch – wieso nicht im kompletten Bundesgebiet? Ich behaupte einfach mal, dass jeder Polizist, der nach bestem Wissen und Gewissen handelt, der sich an das Gesetz hält, welches er vertritt, damit keine Probleme haben sollte. Wenn trotzdem eine Anzeige gegen ihn gestellt wird und er wirklich unschuldig ist, dann wird das Verfahren eingestellt oder er freigesprochen.

 

Gestern gingen die Bilder aus Stuttgart durch ganz Deutschland. Eine gewaltsame Räumung des Schlossparks; sitzende Menschen, welche mit Wasserwerfern angegriffen werden; blutende Menschen, Polizeimassen.

Für Tanja Gönner steht die Baustelle, von der diese Bilder kamen, für die Zukunft von Baden-Württemberg und – was ich viel schlimmer finde – die Zukunft das ganzen Landes. Ist es Deutschlands Zukunft, dass friedliche Demonstrationen so beendet werden?

Es ist das eine, wenn man eine friedliche Demonstration räumt, indem man die Teilnehmer wegträgt. Es ist etwas völlig anderes, wenn man eine solche Demonstration räumt, indem man Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke einsetzt. Und ich frage mich, wieso es derartig weit gekommen ist! Ich sehe keinen Anlass für solche Gewalt.

Immer wieder höre ich den Vorwurf, dass Schüler auf einen Polizeiwagen geklettert sind. Ist es dann eine angemessene Reaktion alle Menschen im Park anzugreifen oder kann man die Schüler nicht von diesem einen Auto wegtragen? Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG, findet an diesem Einsatz nichts auszusetzen. Ich schon.

Und ich frage mich immer wieder, was einen solchen Aufmarsch an Polizei auf einer Baustelle erforderlich macht und rechtfertigt.
Und wo ist es eine angemessene Reaktion, dass man derartig brutal gegen Menschen vorgeht?
Und gibt es als Polizist keine Möglichkeit der Befehlsverweigerung? Ist man gezwungen derart brutal vorzugehen? Macht man sich als Polizist nicht auch Gedanken darüber, wie verhältnismäßig man gerade vorgeht?

Ist es die Zukunft unseres Landes, dass man bei Demonstrationen gegen von der Politik unterstützte Projekte derart um sein Wohl fürchten muss?

 

Erinnert ihr euch noch an die Freiheit statt Angst-Demo letztes Jahr. Die Demo, bei der ein paar Polizisten die Hand ausgerutscht ist, als jemand eine Anzeige gegen sie stellen wollte. Die Szenen gingen mir durch den Kopf, als ich gerade eben dieses Video bei RP Online sah, in welchem ein Polizist einer Frau ins Gesicht schlägt, nachdem diese ihn schubst.

Der Schubser seitens der Frau hätte nicht sein müssen. Aber der Schlag des Polizisten war als Reaktion in meinen Augen total übertrieben, er hätte cool bleiben sollen. Auch wenn er unter Druck steht und eventuell nicht seinen besten Tag hat, er sollte sowas an sich abprallen lassen und vorbildlich reagieren.

Interessant sind die Rufe der Passanten, welche den Namen des schlagenden Polizisten wissen möchten. Dieser entfernt sich einfach. Ohne dass man seinen Namen kennt, weil sich die Gewerkschaft der Polizei immer noch gegen eine Kennzeichnungspflicht bei Polizisten streubt.

Man geht sehr konsequent gegen schwarze Schafe in Reihen der Demonstranten vor. Warum geht man nicht ähnlich entschlossen gegen schwarze Schafe in Reihen der Exekutive vor?

 

Aus aktuellem Anlass mache ich auch nochmal darauf aufmerksam:

Bei der Freiheit statt Angst Demo am 12.09.2009, also gestern, in Berlin wurde jemand übel von der Polizei verprügelt, nachdem dieser gegen einen Polizisten Anzeige erstatten wollte. Nennt man glaube ich Polizeigewalt.

Wie auch immer, bei Fefe gibts einige Infos dazu, unter anderem Links zu Videos, wo das ganz gut dokumentiert ist. Um auszuschliessen, dass einfach der Server mit dem betreffenden Video beschlagnahmt wird, gibt es das mittlerweile an vielen Stellen im Netz und unter anderem existieren an mehreren Stellen Torrents dazu.

Am besten weitersagen und das Torrent-Prog mit den Torrents füttern.

 

Im Rahmen des Sichtschutzes gegen Kinderpornografie wurde oft genug von Frau von der Leyen auf das Ausland verwiesen. Aber warum immer auch diese doofen Maßnahmen zur Netzzensur und nicht auf sowas:

SpOn: Schweiz: Polizei gelingt Schlag gegen Kinderporno-Netz
Heise: Schweizer Polizei zerschlägt Pädophilen-Netz

So funktioniert das ganze!

 

Überhaupt wird es keinerlei Bilder von Polizisten im Vereinten Königreich geben. Denn dort ist es seit heute verboten Bilder von Polizisten zu machen. Nachdem immer mehr Videos von prügelnden Polizisten an die Öffentlichkeit kommen und es einen Todesfall gab, der eventuell durch die Polizei verschuldet wird, will man nun dafür sorgen, dass niemand mehr so etwas aufnehmen kann. Das führt im Idealfall für die Polizei dazu, dass sie gegen das Gesetz verstoßen können, ohne dass es davon Bild-Aufnahmen gibt…

Übrigens geschieht das unter dem Deckmantel des Kampf gegen den Terror, so ist das neue Gesetz Section 76 of the Counter Terrorism Act. Wer dagegen verstösst, der hat im Worst Case 10 Jahre Zeit sich hinter schwedischen Gardinen zu überlegen, wie er die Polizei fotografieren kann, ohne erwischt zu werden.

via Kryogenix & QDH

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