Geht es schon wieder nur ums Geld?

Lange gabs hier keinen Post mehr zu politischen Themen. Und dieser Post wird auch recht kurz ausfallen. Ich will eigentlich nur kurz eure Nase auf ein Thema lenken, was mir ein wenig untergehen zu scheint.

Letztes Wochenende verloren 21 Menschen ihr Leben bei der Loveparade. Es herrscht seitdem ein Spiel um den schwarzen Peter: die Stadt Duisburg möchte ihn nicht, Veranstalter Lopavent nicht und die Polizei selbstverständlich auch nicht. Kann wahrscheinlich jeder von uns nachvollziehen. (weiterlesen…)

Religion und Staat

Was haben Henry Lee Lucas und Christian Wulff gemeinsam. Nein, sie kandidieren nicht beide für die Wahl des Bundespräsidenten. Aber sie werben beide für Jesus. Der eine mit nem schmucken T-Shirt, der andere als Kurator bei einem missionarischen Event namens ProChrist.

Ich möchte keinem von beiden als Bundespräsident, weil ich jemanden möchte, der nicht so sehr in religiösen Dingen engagiert ist. Staat und Kirche sollten getrennt sein!

Ich mag keine religiöse Regierung. Genau so wenig, wie ich als Nichtgläubiger Kirchenbedienstete bezahlen will. Ich habe ein Problem damit, wenn unser verschuldetes Deutschland Kürzungen im sozialen Bereich machen, aber dann den mit vollen Händen Kinderfickern Priestern Geld in den Rachen schmeißt.

Gestern vor einer Woche…

…war übrigens Bundestagswahl! Gewonnen hat die Partei der Nichtwähler, Kürzel IDIOT. Mit nicht mal 24% der Wählerstimmen folgt die CDU, dann gefolgt von der Verräterpartei SPD mit 16%. Dicht auf ist FDP mit 10%, die Linken folgen mit 8% und haben die Grünen mit ebenfalls 8% im Schlepptau.

Sieht bitter aus? Ja, weil 30% Nichtwähler eben sehr bitter sind. Ohne die liest sich das Ergebnis dann deutlich schöner für alle Parteien. Die Piraten kommen dann auf 2% der Stimmen, was ich ziemlich gelungen für eine erste Bundestagswahl finde. Die Frage ist nur, was nun  mit ihnen passiert. Hoffentlich kam das Zeichen an, aber ich befürchte nicht.

Die neue schwarz-gelbe Regierung ist alles andere als mein Wunschkandidat. Aber ich darf mich beschweren, ich habe gewählt – und nicht diese Regierung! Komischerweise konnte mir bis dato noch niemand sagen, dass er solch eine Regierung möchte. Waren die Leute der OSZE nicht zu Unrecht im Land? Wenn, dann hätten wir wahrscheinlich darüber schon was gehört.

Was uns bleibt ist, dass wir die Regierung an ihre Wahlkampflügen Wahlkampfversprechen erinnern. Zum Beispiel wären da die Steuersenkungen der CDU. Dabei müssen bis zur Ende der Legislaturperiode 40 Milliarden Euro vom Bund gespart werden. Mir ist schleierhaft, wie man das und Steuersenkungen unter einen Hut  bekommen möchte.

Achja, bevor ich es vergesse: Die Ergebnisse der Wahl gibts beim Bundeswahlleiter oder als schönen Graph beim Erdgeist.

Endspurt im Wahlkampf

Es geht auf das Ende des Wahlkampfs und auf die Bundestagswahl zu. Deutlich macht mir das auch, dass in diversen politischen Blogs massiv die Werbetrommel für die jeweils bevorzugte Partei gerührt wird. Sehr gelungen finde ich die 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei bei geekin. Die sind auch interessant, wenn man noch nicht viel mit den Piraten zu tun hat.

Herbert ruft zum Vote like a Pirate-Day auf. Erinnert mich an den Flashmob am 27.09., bei dem alle in ein Wahllokal gehen und dort die Piraten ankreuzen. Irgendein Autor fordert auf die Piraten zu wählen, wobei er von seiner Läuterung vom Nichtwähler zum Wähler beschreibt, was mir recht gut gefällt. Sehr interessant finde ich Warum ich die Piraten wählen, welches in einer langen und kurzen Fassung vorliegt.

Extrem gut gefällt mir auch ein Video, was ich bei den Sachsener Piraten aufgeschnappt habe.

Ich finde es erschreckend, dass man das alles noch einmal vor die Augen gehalten bekommt. Und ich möchte nicht, dass es so weiter geht – für mich ist es klar, dass die alte Regierung da in Richtungen vorstößt, die mir nicht passen. Eventuell treibt das auch weiter die Aktion 10.000 voran. Momentan fehlen noch knapp 1100 Neu-Piraten.

Natürlich gibts auch kritische Stimmen. So konnte ich beim Artikel zum Leak des neuen Logos der Piratenpartei viel lachen, auch wenn die Eingangsgrafik schon ziemlich böse ist. Das erinnerte mich an den Beitrag, warum die Piraten von A-Bloggern gedisst werden. Und dann habe ich heute eine Entdeckung gemacht: Es gibt einen Piratenkritischen Blog namens Piratenwatch! Liegt zwar momentan auf Eis, aber ich finde es trotzdem eine interessante Anlaufstelle.

Nun sind es noch 3 Tage. Die Frage die sich mir stellt ist, wie es bei der Wahl aussehen wird. Wie viele werden tatsächlich die Piraten wählen. Ähnliche Fragen stellt man sich beim ORF, dem Östereichischen Rundfunk. Für diesen Beitrag spreche ich noch eine Empfehlung aus! Letztendlich kenne ich einige Leute, die noch schwanken, wem sie ihre Stimme geben. Oftmals zögern sie mit der Piratenpartei, weil sie denken, dass es eine verschenkte Stimme sei. Ich denke nicht so und sehe dort Potenzial für die Piraten. Selbst ohne Einzug in den Bundestag wäre eine Sache ein Erfolg für alle Parteien: Die Mobilisierung vieler Nichtwähler.

Piratenwatch

Piratenpartei 200px breit

Nur noch knapp eine Woche ist es, bis die Bundestagswahl 2009 statt findet. Der Wahlkampf aller Parteien läuft, selbst die Piratenpartei mischt im Offline-Wahlkampf mit. So kann man hoffen, dass mehr Bürger die Piratenpartei auch offline wahrnehmen und sie kein Internet-Phänomen bleibt. Ich denke, der Aufstieg ins Bewusstsein der Bürger geht voran und aus Nerds von gestern werden die Politikmacher von morgen.

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Piratenpartei: Was wollen die eigentlich?

PiratenparteiMan hört ja immer wieder von der Piratenpartei, auch in den Printmedien. Außerdem wurden sie zur Bundestagswahl zugelassen.

Nur was wollen die eigentlich? Kostenlos Musik saugen, oder? Das hab ich nun schon öfter gehört, wahrscheinlich, weil viele da eine Verknüpfung zur The Pirate Bay sehen. Auch liest man solche Aussagen leider immer wieder in der Presse. Aber das stimmt so nicht und außerdem steckt einiges mehr hinter der Piratenpartei!

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Wahlkampf, Baby!

Die Parteien der großen Union haben ihre Parteiprogramme beschlossen. Die SPD schon ein wenig länger auf ihrem Parteitag, die CDU/CSU hat keinen Parteitag abgehalten. Also auch keine Diskussionsrunde, was die Bulldogge sagt ist Gesetz! Im Vergleich mit der CDU darf man sich selbst bei der SPD demokratisch schimpfen. Dafür ist die CDU noch einen Schritt populistischer. Wenn nicht sogar momentan die Populismus-Partei! Der Titel Verräterpartei ist ja schon belegt und selbst in Übersee bekannt ;)

Aber mal zum Programm der CDU. Die CDU liefert da was ab, was absolut Bild-tauglich ist und deren Lesern auch gefallen wird. Wenn man kritischer hinschaut, dann wird einem eventuell einiges auffallen.

Besonders schön sind in meinen Augen folgende Textstellen:

  • Deutschland ist Integrationsland.
  • Unser Land soll Bildungsrepublik werden.

Ahja. Eine Partei, die vermutlich nur schwer ihre Beherrschung wahren kann, wenn es darum geht, dass illegal in Deutschland lebende Kinder zur Schule gehen dürfen. Das sind Momente, in denen ich die FDP durchaus mal Schätze! Ein anderer Moment ist z.B. der, an dem die FDP sich gegen ein Three-Strikes-Modell aussprach.
Auch das mit der Bildungsrepublik scheint nen dummer Witz zu sein. Ich höre immer wieder von Schülern, wie erfreut sie über nur 12 Jahre Gymnasium sind. Ehrlich! Und auch Grundschüler haben nur Gründe zur Freude! Burn-Out-Syndrom? Pah, Lüge!

Wo ich gerade eben Three-Strikes ansprach. Davon ist die CDU auch ein Fan. Aber sie sagt es nicht mehr so öffentlich, sondern muss den Inhalt der Passage verschleiern, nachdem man sich im Netz schon darüber entrüstete. Trotzdem wird eine Content-Mafia-freundliche Schiene gefahren. Schliesslich ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Einen tollen Beitrag zum Thema digitale Kopien findet sich auch bei falscher Planet, falsches Jahrtausend – denkt mal drüber nach!
Interessant ist noch die Idee der Grünen, welche eine Art Fair-Trade-Siegel für Medien einführen wollen. Außerdem sind die Grünen für Freiheit im Netz und wollen die Neutralität des Internets wahren.  die FDP will die Internetrepublik Deutschland einführen. Internetrepublik Deutschland hört sich toll an, findet ihr nicht auch? Sowas hätte ich eigentlich eher den Piraten zugetraut! Allgemein scheint die FDP bei solchen Themen sehr in Richtung Piraten gehen, aber spricht wahrscheinlich eine ganz andere Wählerschaft an.

Im Netz, dem großen bösen Internetz, sind CDU, SPD und FDP übrigens auch präsent, aber nutzen sie das Netz auch? Laut Jörg Tauss, können sich die meisten Abgeordneten unter dem Internet weniger vorstellen, als unter einer Kuh.

Ein großer Teil der SPD “nimmt die “digitale” Welt noch allenfalls als eine wahr, in die man preiswert und ohne Portokosten “etwas hinschicken” kann. Bevorzugt nette Worte ueber sich selbst oder die Partei.”! Erschreckend, nicht? Aber sie nutzen es, z.B. mit iSPD. Davon kann die CDU mit ihrem teAM2009 nur Träumen. Aussichten für den Onlinewahlkampf gibts bei gulli. Die Piraten sind sehr präsent im Netz, gerade auch bei Twitter, es ist ihre Bucht und dort findet man allerorts Spuren! Mittlerweile gibt es sie sogar in der Wahlzentrale von StudiVZ, nachdem ein erster Account gelöscht wurde. Kein Wunder, dass vorallem junge Wähler sich für die Piraten begeistern können, ist für die doch gerade das Internet das Medium der Wahl, wenns um Politik geht. Wen wunderts da schon, wenn eine RAF 2.0 ausgerufen wird ;)

Social Networks bringen auch eine gute Überleitung zum Thema Datenschutz. Wiederum ein Thema, das den Piraten am Herzen liegt. Informelle Selbstbestimmung nennt sich das dann. Nur was macht die CDU? Die schwächen eine Novelle des Datenschutzes so ab, dass in meinen Augen keine Nennenswerten Neuerungen dabei existieren. Die SPD hat dabei auch gemacht, nun schiebt man sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Keiner mags. Und ich bezweifle, dass die Reform großartige Änderungen zu Gunsten der Bürger hervorbringen wird.
Einzig und alleine die CSU setzt sich für Datenschutz ein. Aber ich zweifle dabei an ihren guten Absichten!

Ansonsten war ein großer Punkt, dass Merkel und Seehofer Steuersenkungen versprechen garantieren! Und das alles trotz einer Rekordverschuldung von 500 Milliarden?! Ma janz ehrlich: Wollt ihr mich verarschen? Ich frage mich ernsthaft, wie das funktionieren soll! Eine Investition in Bildung wäre in meinen Augen sinnvoller gewesen, als… najaihrwisstschon.

Übrigens fürchtet man Twitter bei der Bundestagswahl im September. Man – aka. Abgeordnete – könnte dort einfach die Ergebnisse veröffentlichen, welche die Parteien schon vorab bekommen.

Seid Wahlgetwitter am 25.06. ankündigte, dass die Piraten mit dabei sein werden, wo nun mit Jörg Tauss der erste Pirat im Bundestag ist, haben sie die stimmstärkste Partei, die SPD mit 2424 positiven Tweets, mit fast 500 Stimmen Abstand (nämlich 2935) geschlagen. Andere Parteien können kaum noch Punkten, die Piraten sind dort mehr als führend!

Übrigens, am Wochenende, Samstag und Sonntag, hat die Piratenpartei ihren Bundesparteitag in Berlin. Ich bin mal gespannt, was dabei raus kommt! Obwohl ich mich als Unterstützer sehe, fehlen den Piraten noch Vorstöße in Richtung Bildung, Energie und Soziales. Da sind sie in meinen Augen am schwächsten, was sich hoffentlich bald ändert!

Die GEMA-Petition

Die GEMA, das ist eine lustige Gesellschaft, die sich darum kümmert, dass die Künstler ganz viel Geld bekommen. Damit die auch kreativ sind und so. Und damit das funktioniert musst du, ich und alle anderen Leute in Deutschland Abgaben zahlen. Zum Beispiel für eine CD. Oder neuerdings soll das auch für einen USB-Stick sein. Die Einnahmen kommen dann in einen großen Topf und werden gerecht an alle Künstler bei der GEMA verteilt. Oder auch nicht, vllt geht das auch einfach nur an die Major-Labels oder so. Denn wie genau man rausfindet, wer was bekommt, das weiss keiner. Und eigentlich ist für die GEMA auch uninteressant, welche Titel gespielt werden, hauptsache sie bekommen viel Geld! Um das zu erreichen schicken die einfach Rechnungen an Konzertveranstalter. Ob da nun Material gespielt wurde, dessen Urheberrechte bei der GEMA liegen, interessiert die GEMA nicht. Wenn ihr als Band bei der GEMA seid und euer eigenes Konzert organisiert, auf dem ihr nur euer eigenes Material spielt, dann bittet euch die GEMA auch zur Kasse und ihr seht nichts von dem Geld. Oder wenn ihr als Firma eine Telefon-Anlage mit Musik habt.

Hoffentlich bleibt auch alles beim Alten, denn so müssen grandiose Webradios wie Radio Willste.Net die Pforten schließen, Künstler sehen nichts von dem Geld und Veranstalter müssen sich mit idiotischen Forderungen auseinandersetzen. Wirklich eine Schande, dass mehr als 80.000 Deutsche dafür sind die Vereinbarkeit des Grundgesetzes mit der GEMA zu überdenken.

(via Gulli & SpOn)

VR Deutschland

Guten Tag liebe Volksrepublik Deutschland, freust du dich schon auf das Internet, dass dir nur die Sachen zeigt, die du sehen sollst?

Die Verwirklichung eines zensierten Internets rückt in immer greifbarere Nähe. Die SPD hat leider den Zug verpasst, mit dem sie das ganze hätte verhinden können. Wahrscheinlich möchte die SPD damit Stimmen im allgemeinen Wahlkampfgetöse sammeln. Nach der verpatzten Europawahl haben sie es definitiv nötig. Dabei finde ich es verwunderlich, dass die SPD das Thema auf ihrem Parteitag als medial unerwünscht brandmarkte. Gerade dieses Thema beschert der SPD momentan massive Aufmerksamkeit im Netz. Und das gerade von Leuten, die sie dabei nicht vertreten.

Fefe schrieb schon sehr passend dazu, dass “die Merkel der SPD genug Seil gegeben hat, um sich zu erhängen, und die SPD hat es getan”. Für mich und sicher einige andere beschreibt der Kabarettist Marc-Uwe Kling die momentan gegenüber der SPD herrschende Stimmung sehr passend mit Wer hat uns verraten? – Sozialdemokraten!

Durch die Zusammenarbeit mit der CDU hat die SPD ein (Spezial)Gesetz, mit dem schönen Titel Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen, geschaffen, welches die Grundlage einer Zensurinfrastruktur bildet. Doch hat die SPD versucht es so aussehen zu lassen, es seien sie einer Meinung mit den Kritikern. So soll das Prinzip löschen statt verstecken gelten. In der Praxis gibt es allerdings ein Hintertürchen in der Form, dass das BKA, wenn es die Löschung für nicht in angemesser Zeit durchführbar hält, die Seite trotzdem verstecken darf ohne einen Sperrversuch zu unternehmen.
Weiterhin soll das BKA bei der Erstellung der Liste kontrolliert werden. Verantwortlich dafür sind Mitarbeiter des Datenschützers Peter Schaar, welcher allerdings damit ein Problem hat, denn es geht darum, nach strafrechtlichen Kriterien festzustellen, ob es sich bei bestimmten Inhalten um Kinderpornografie handelt. Das ist eine völlig wesensfremde Funktion, die mir da zugewiesen werden soll.
Die nächste große Änderung ist, dass keine Daten mehr über die Besucher einer Stopp-Seite gespeichert werden sollen. So hat man leider keine Möglichkeit mehr unbeliebte Mitmenschen durch eine kurze URL mit einem Besuch des BKA zu beglücken…

Es ist vorgesehen, dass das Gesetz vorerst 3 Jahre besteht – aber ich wette, dass es in die Verlängerung gehen wird! Eventuell wird dann auch das Gesetz so erweitert, dass nicht mehr nur der leicht zu umgehende DNS-Filter eingetzt wird. Wahrscheinlich wird dann wieder mit Zahlen rumgeworfen, die eine oder andere Umfrage zum Thema angeleiert  und man bekommt verrückte Begründungen genannt, während über die Kritiker Lügen erzählt werden. 3 Jahre sind erstmal genug Zeit um sich Änderungen zu überlegen, wie man solch ein Wekrzeug gut für andere Zwecke einsetzen kann. Schon im Gespräch waren ausländische Glücksspielanbieter, Filesharing-Dienste und neuerdings möchte man ausländische Gameshops schliessen, weil sich da Erwachsene Deutsche ungeschnitte Versionen von Filmen und Computerspielen bestellen können.
Andererseits kann man die 3 Jahre auch nutzen um die EU davonzu überzeugen, dass ein zensiertes Internet auch für Europa gut wäre.

Was unsere Politiker anscheinend nicht richtig verstehen ist, dass das Internet dezentral aufgebaut ist und es gerade deshalb schwer zu kontrollieren ist. Und da man nicht durch einen bestimmten Punkt X ins Internet gehen muss, sind Sperren im Internet meist nicht sehr effektiv. Für die meisten Leute im Bundestag ist das Internet das blaue E auf dem Desktop, etwas wo man Dinge suchen kann oder was man für den Wahlkampf nutzen kann. Leute mit Ahnung wenden sich von der SPD ab. Am häufigsten genannt ist derzeit Jörg Tauss, ehemals abgeordneter der SPD im Bundestag. Der Mann hat in meinen Augen das Internet verstanden! Und er zog Konsequenzen, sprach auf einer Demo gegen das Zensurgesetz und trat nach fast 40 Jahren Mitgliedschaft in der SPD aus selbiger aus und bei den Piraten ein. Es gibt dabei sowohl Stimmen für und gegen seinen Beitritt, was ich hier nicht weiter kommentieren möchte. Fakt ist, dass er, wie 134.000 andere Bürger, gegen die Netzsperren stimmte. Achja, dank des unzensierten Internets gibt es die Möglichkeit sich zu erkundigen, wer wie abgestimmt hat.

Mal wieder in die Gegenwart. Die Abstimmung ist rum, Köhler wird in meinen Augen nicht den Mumm aufbringen das Gesetz zu verhindern. Dafür gingen Tausende auf die Strassen, bei 3D Supply gibts ein Piratenpartei-T-Shirt für 6,90€ und ein Stoppt die Internetzensur-T-Shirt für 5,90€ bei getdigital. (via Caschy)
Bei Nerdcore gibts eine Unabhängigkeitserklärung, man findet offene Briefe an die CDU- und SPD-Wählerschaft, bei Golem spricht man von einer Abwendung der Internet-User von der Politik, es gibt Web-Satire, ein großer Teil der Netzgemeinde äußert sich zu diesem Thema und was mache ich?

Ich fühle mich so wenig wie nie zuvor von unserer Regierung vertreten, eher trifft verraten und verkauft. Für billigen Medienrummel und wahrscheinlich drückt irgendwo im Hintergrund noch eine Lobby rum, damit das Gesetz bald zur Sperrung von The Pirate Bay genutzt werden kann. Ein bisschen bin ich froh, dass die Zensur-Art so unwirksam ist, es gibt deutlich fiesere Arten Benutzer auf andere Seiten umzuleiten. Es ist nur ein Sichtschutz, es löst keine Probleme!
Und es heisst noch lange nicht, dass ich damit zufrieden bin, weil ich eine Verschlimmerung der Lage befürchte. Und eben einen Missbrauch des Zensurinstruments.
Ich weiss auch, welche Parteien keinerlei Stimmen mehr von mir erwarten brauchen und ich hoffe, dass die Piraten mehr Rückhalt in Deutschland bekommen. Ich würde mir eine größere öffentliche Aufmerksamkeit zum Thema wünschen, aber es ging von der Mainstream-Presse relativ unbeachtet von Statten. Momentan lässt sich der Bürgerkriegs-Zustand rund um den Wahlbetrug im Iran einfach besser verkaufen als eine Berliner Mauer im Internet. Es ist schade, dass es die Leute teilweise so wenig interessieren zu scheint, in welche Richtung sich dieser Staat bewegt. In meinen Augen läuft immer mehr auf einen Polizei- und Überwachungsstaat hinaus, die CDU prescht sehr viel in diese Richtung vor! Eine fähige Opposition gibt es nicht mehr und die Parteilinie scheint vielen wichtiger als ihre eigene Meinung. Demokratisch ist das in meinen Augen genau so wenig, wie ein Verbot der NPD. Eine Demokratie lebt davon, dass jeder seine Meinung äußern darf und sowas sollte auch innerhalb einer Partei möglich sein, ohne dass man dort zurechtgestutzt wird.

PS: Frau von der Leyen war während ihr Gesetz verabschiedet wurde nicht anwesend. Es gab wahrscheinlich mal wieder ein medienwirksames Foto-Shooting, das ist natürlich gerade im Wahlkampf sehr wichtig, dafür müssen die Bürger verständnis haben!

PPS: Wie man es richtig macht, sieht man in Italien. Nicht in Norwegen!

Wahlkampfgetöse

Wahlkampfgetöse (by Pantoffelpunk)

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