Linux fürs Netbook: Moblin
Ja, Moblin v2 rockt. Und zwar ziemlich! Moblin ist eine Linux-Distribution, die speziell für Netbooks und das Leben online entworfen wurde. Das speziell ist hierbei auch ernster zu nemhen als beim Ubuntu Netbook Remix, da Moblin nicht nur auf eine spezielle Oberfläche, sondern auch auf für die Atom-Plattform optimierte Pakete setzt.
Die Oberfläche ist eine eindeutige Besonderheit von Moblin. Sie sieht gut aus und es macht viel Spaß mit ihr zu Arbeiten. Aufgebaut ist sie so, dass man oben die Menüleiste findet, über welche man zu weiteren Anwendungen gelangt. Hervorgeholt wird die Leiste entweder indem man mit der Maus an den oberen Bildschirmrand fährt oder indem man die Super-Taste, aka. Windows-Taste, drückt.
Moblin 2.0 im Dualboot
Gestern wurde Moblin 2.0 freigegeben. Moblin ist eine Linux-Distribution, die sich speziell an Netbooks mit Atom-Prozessoren richtet.
Ich wollte Moblin mal antesten, weil ich die Screenshots ziemlich hübsch fand. Also habe ich mir die ISO runtergeladen und auf meinem USB-Stick installiert. Gefiel mir super in der Benutzung, also wollte ich das ganze auch auf meiner Festplatte verewigt haben. Mein Hauptbetriebssystem wird auf meinem Samsung NC10 zwar Crunchbang bleiben, aber zum Surfen ist Moblin ne feine Sache.
Also habe ich Moblin neu gestartet. Herunterfahren kann man Moblin übrigens nur durch einen Druck auf den Power-Knopf, Menüpunkte dafür habe ich nicht gefunden. Alternativ kann man in der Shell einen shutdown-Befehl absetzen. Beim Bootmenü habe ich dann Boot and Install ausgewählt und mich durch die Installation geclickt. Wichtig ist nun, dass man bei der Konfiguration des Bootloaders diesen in die Partition installiert, in welcher man auch Moblin installiert, in meinem Fall war das /dev/sda7. Ihr müsst darauf achten, dass ihr direkt die Partition auswählt und nicht nur /dev/sda!
Nachdem die Installation abgeschlossen ist, starte man sein normales Betriebssystem und öffnet die Datei /boot/grub/menu.lst zur Bearbeitung mit root-Rechten. Dann kann man für Moblin folgende Einträge vornehmen:
title Moblin 2.0 rootnoverify (hd0,6) chainloader +1
Die Angabe (hd0,6) müsst ihr natürlich auf eure Festplatte anpassen! Danach speichern, neustarten und beim Auswahlmenü Moblin 2.0 wählen. Nun sollte Moblin starten
Samsung NC10 mit Ubuntu 9.04
Seit letztem Dienstag ist der kleine bei mir im Einsatz. Da ich noch keinen Grund sehe auf Windows umzusteigen, war es klar, dass ich mir dort ein anderes Betriebssystem installieren würde. Die Wahl fiel vorerst auf den Ubuntu Netbook Remix. Aber wahrscheinlich werde ich das noch ändern, denn die Festplatte möchte ich verschlüsselt haben, wenn dort schon meine Daten drauf sind. Und ich bin eigentlich auch nicht wirklich auf irgendwas des Netbook Remixes angewiesen, ehrlich gesagt ist der Netbook Launcher schon längst deinstalliert. Wahrscheinlich war die Wahl deshalb so gefallen, weil es eine einfache Installation war und bisher alles funktioniert! Ein anderer Installationskandidat wäre in meinen Augen noch Crunchbang Linux, ein auf sparsamen Ressourcenverbrauch getrimmtes Ubuntu 8.10.
Es lief zwar so ziemlich alles, aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen ein paar Anpassungen durchzuführen.
Auf 96% aller Netbooks läuft Windows
Heute morgen las ich bei Slashdot darüber, gerade eben stolperte ich im UbuntuUsers-Planet über einen Post [ENC]BladeXPs Blog: Microsoft-Betriebssysteme haben einen Anteil von 96% auf dem Netbook-Markt.
Die wirkliche Anzahl an Windows-Installationen lässt sich leider nicht feststellen, weswegen die Zahlen meines Erachtens nach nur auf den Verkäufen basieren können. Damit kann Microsoft durchaus Recht haben.
Man bekommt einfach kaum etwas anderes außer Windows XP auf einem Netbook. Das führt durch die ULCPC-Lizenz, welche den Einsatz von XP ermöglicht, dazu, dass die Netbooks sich mittlerweile größtenteils ähneln, was die Hardware-Ausstattung angeht. Ich würde liebend gerne Netbooks mit 2GB RAM und einer SSD sehen, aber das wird von Herstellerseite nicht gemacht, da man sonst kein Windows XP mit ausliefern kann. Ich würde auch gerne mal wissen, was es Microsoft kostet, dass so ziemlich jeder Hersteller irgendwo auf seiner Homepage Windows Vista empfiehlt - oder wurde den Herstellern nahe gelegt, dass sie dafür werben und dafür billigere Lizenzen bekommen?
Nehmen wir nun mal an, dass man ein Netbook mit Linux gefunden hat. Dann komme ich zum selben Schluss wie [ENC]BladeXP: Es sind meistens irgendwelche Nischen-Distros dort installiert. Und um die steht es nicht immer gut.
Aus meinem Bekanntenkreis mag ich von einem eeePC900 zu berichten, auf welchem ein vorinstalliertes Xandros-Linux seinen Dienst tut. Nur ist es nicht unbedingt auf dem aktuellsten Stand. Störend wird das z.B. bei Pidgin, welches in einer veralteten Version vorliegt und bislang kein Update bekam, sodass ICQ seinen Dienst versagt.
An sich sehe ich kein Problem von einem Linux auf einem Netbook. In meinen Augen ist es, da es meistens deutlich ressourcensparender als Windows ist, sowieso die bessere Wahl für ein Netbook. Aber egal welche Distribution es letztendlich ist, sie sollte einigermaßen gepflegt sein. Dell bietet auch auf Netbooks, z.B. dem Inspirion Mini 12, Ubuntu an. Ich halte Ubuntu für sehr einsteigerfreundlich und habe es bereits des öfteren in meinem Bekanntenkreis empfohlen.
Der Netbook-Gedanke fasziniert mich noch immer. Noch nenne ich keines mein eigen, aber ich spiele vermehrt mit dem Gedanken. In der Schule oder im Seminar wärs ein praktischer Begleiter!Allerdings würde ich mir ehrlich gesagt bei Dell kein Netbook mit Ubuntu kaufen.
Warum? Man vergleiche Preis und Konfiguration (ich war so frei mal die gleichen Komponenten auszublenden):
Nun habe ich mal angefangen die Ubuntu-Version mit der gleichen Hardware wie der Windows-Versionauszurüsten und kam auf 530€. Soviel kostet auch die Version mit Windows, wenn man die 80€-Ersparnis nicht berücksichtigt. Wieso soll ich für mein Netbook mit Ubuntu genau so viel bezahlen, wie für ein Netbook mit kostenpflichtigem Betriebssystem? Und wieso werden die 80€ Ersparnis nicht auch einem Ubuntu-Netbook gutgeschrieben? Ich komme mir da schlicht veräppelt vor!
Letztendlich würde selbst ich auf ein Modell mit vorinstalliertem Windows zurückgreifen, wahrscheinlich ein Samsung NC10 wegen der langen Laufzeit, und beim Händler meines Vertrauens nachfragen, ob es möglich wär, dass ich das Netbook ohne Windows und deswegen auch billiger bekomme. Denn nur dadurch, dass man sich nach dem Kauf eines Windows-Netbooks Linux darauf installiert, weiss noch kein Händler, dass Nachfrage nach einem solchen System existiert - es wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht angeboten.
