Aktuell empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dass man nicht den Internet Explorer verwendet. Dafür soll man temporär, so steht es in der Pressemitteilung, einen alternativen Webbrowser verwenden. Temporär? Ich frage mich wirklich, wieso das Wort darin steht. Ich persönlich empfehle lieber eine dauerhafte Nutzung alternativer Browser.

Der Hintergrund des ganzen ist, dass beim Angriff auf Google China und diverse amerikanische Firmen, die so genannte Operation Aurora,  ein noch nicht bekannter Exploit im Internet Explorer ausgenutzt wurde. Im Internet Explorer 6! Der ist zwar unendlich alt, aber es scheint noch genügend Rechner geben, die über eine alte Windows-Installation mit eben jenem Browser verfügen. Außerdem weiß man nicht, ob sich die Sicherheitslücke nicht auch noch in neueren Versionen findet.

Man sollte nicht nur als Privatperson, sondern auch als Firma überlegen, ob man einen solch unsicheren Browser benutzt. Gefahren gibt es zahlreiche, und es tauchen immer wieder neue auf. Das gilt jedoch auch für alternative Browser – nur sind die meist deutlich schneller in der Fehlerbehebung, als dass die Redmonder bei Microsoft sind. Man sollte keine Zeit verlieren, Alternativen gibt es viele!

 

Heute hat Opera Version 10.10 ihres Browser veröffentlicht und beseitigt damit eine kritische Sicherheitslücke, durch die im schlimmsten Fall fremder Code ausgeführt werden kann.

Achja, und nebenbei gibt es nun Opera Unite! Mit Opera Unite will Opera dem User die Macht über seine Daten wiedergeben und so wird der Browser zum Webserver. Dieser lässt sich durch so genannte “Apps” aufbohren. Damit fungiert dann der PC z.B. als Streaming-Server oder Foto-Album. Man kann dann seinen persönlichen Link an Freunde weiterreichen und diese können die Dienste des Server nutzen. Und das ohne selbst Opera zu nutzen, da Opera zur Darstellung auf Webstandards setzt. Das ist einer der reizvollen Aspekte an Opera Unite! Und erstaunlicherweise haben momentan viele Apps Filesharing zum Thema… ob das der Contentmafia gefallen wird?

Ansonsten bin ich durch den Accont-Zwang auf Opera.com noch nicht so sehr begeistert davon und habe noch keinen Test unternommen. Und wahrscheinlich wird dieser auch auf sich warten. Bis jetzt bleibe ich einfach ein passiver Interessierter

Doch wo wir gerade bei Browsern sind, gibt es auch aus dem Redmonder Lager Neuigkeiten. Aktuell ist vorallem eine Sicherheitslücke beim Internet Explorer 6 und 7, welche CSS in Verbindung mit JavaScript ausnutzt. Böse Sache! Weniger in greifbarer Nähe ist da der IE9, welcher näher an die Leistungen von Firefox & Co rücken soll. Das soll mit Hilfe einer leistungsfähigeren JavaScript-Engine und Support für CSS3 geschehen. Der Weg sich in Richtung Webstandards zu bewegen wird von mir sehr begrüßt, hoffentlich bleibt man bei Microsoft auf diesem Weg.

Zum Thema Webstandards und schönes Code kann ich auch was zeigen: What Beautiful HTML Code Looks Like geht schon einmal auf HTML5 ein und zeigt einige Do’s zum Webdesign.

 

Interessant finde ich ja, dass es doch keine E-Version von Windows 7 geben wird. E wie Europa, E wie ohne Internet Explorer. Nachdem sich Opera dafür eingesetzt hat, dass man beim Kauf von Windows mehr Browser-Auswahl bekommt, sollte zuerst die vorher erwähnte E-Version für Europa kommen, in welcher der Internet Explorer nicht mehr standardmäßig installiert ist. Nurnoch weitreichend benötigte Komponenten sollten enthalten sein. Vorgesehen war, den Internet Explorer in Form einer CD Kunden beim Kauf mitzugeben, sodass die gleich die Wahl haben Internet Explorer zu installieren. Und nun zerstört man die ursprüngliche Idee von Opera, weswegen man in Norwegen nicht so angetan davon ist!

Nun soll das ganze so gemacht werden, dass man nach der Installation einen Auswahlbildschirm bekommt, in welchem man sich für einen Browser entscheiden kann. Auf Preview-Screenshots sah man als Alternativen Firefox, Opera und Chrome. Der Internet Explorer stand natürlich auch zur Wahl, wird er doch nun auf jeden Fall mitinstalliert, da die Anzeige zur Auswahl eine Webseite ist! Zumindest im Vorschlag von Microsoft war das der Stand der Dinge, ich frage mich, ob das auch so umgesetzt wird. Das setzt nämlich voraus, dass man über eine Internet-Verbindung verfügt und ohne Zugang zum Internet kann man dann keinen anderen Browser auswählen. So optimal finde ich die Lösung nicht, aber ein Anfang. Ich frage mich, ob man Admins die Möglichkeiten geben wird diesen Auswahldialog zu aktivieren, was z.B. in Firmen großen Anklang finden könnte.

Kleine Notiz am Rande: Was bei Microsoft gut geklappt hat, das möchte Opera nun auch mit anderen Betriebssystemen versuchen und wünscht sich freie Browserauswahl bei Ubuntu und Macs.

 

Mit HTML5 soll es möglich sein, dass man sich Videos im Browser anschaut, ohne dass man ein PlugIn dazu benötigt. Gelöst wird das ganze durch die mit HTML5 eingeführten Video-Tags. Die Schweden von The Pirate Bay versuchen sich an ihrem eigenem – natürlich unzensierten – Videoportal und setzen dabei auf eben jene Videotags. Youtube hat eine HTML5-Demo im Angebot. Momentan gibt es allerdings nur wenige Browser, welche die Tags interpretieren können. Firefox 3.5, Opera 10 und Chrome 3 wollen es können, momentan gibt es allerdings noch keine stabile Veröffentlichung. Einzig Safari 3.4 bietet als stabile Version aktuell Support für den Video-Tag.

Außen vor ist, wie immer bei Webstandards (…), der IE . Und ich vermute, dass das auch so bald nicht kommen wird – schiesst sich hier Microsoft selbst ins Aus?

(via Futurezone)

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