Eigentlich sollte die Überschrift komplett groß geschrieben und mit weiteren Ausrufezeichen verziert sein. Ungefähr so:

DAS IST KEIN FUCKING JUGENDSCHUTZ!!!!!!!!1111einseinself

Aber, man will ja auch als Blogger einigermaßen seriös rüberkommen. Wieso rege ich mich eigentlich auf? Nein, ausnahmsweise geht es nicht um Frau von der Leyen, eher um das Jugendschutzprogramm. Auf dieser Seite wird eine Blacklist angeboten, welche die Kinder vor den bösen, bösen Seiten im Internet schützen soll. Quasi einmal Netzzensur in kleiner, “freiwilliger” Basis. Das ganze brüstet sich damit, dass es mit dem System der ICRA zusammenarbeitet. Womit sich weniger gebrüstet wird ist, dass die Seite eigentlich der Erotik-Industrie gehört. Genauer gesagt wird die Seite von Fundorado betrieben, welche wiederum eine Tochterfirma des ISPs Freenet und des Erotik-Anbieters Orion handelt.

Nein, ich mag hier nun nicht verteufeln, dass Freenet und Orion, bzw. Fundorado, sich darum kümmern, dass unsere Kinder keine Pornos anschauen dürfen. Sollen sie das doch anbieten, wenn sie möchten! Störend finde ich eher, welche Seiten man alles auf der Sperrliste findet:

Und nun erkläre mir bitte mal jemand, warum Seiten, die sich entweder kritisch zu Internetsperren äußern, oder unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlichte Musik veröffentlichen, auf dieser Liste sind. Aber das sind ja nicht alle, es gibt noch eine Menge mehr davon, welche nicht unbedingt in dieses Raster passen, Sogar die Parteien erwischt es! Das hier ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie solche Sperrlisten missbraucht werden können, um Kritiker oder unerwünschte Seiten mundtot zu machen! Und genau diese Gefahr sehe ich auch bei der Netzzensur des Familienministeriums auf uns zukommen, weswegen man sich auf jeden Fall an der Petition gegen die Sperrung von Internetseiten beteiligen sollte!

 

“Natürlich, das einfache Volk will keine Zensur. Aber schließlich sind es die Machthabenden eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, die Provider zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.
Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde ihre Kinder schützen, und den Providern Unterstützung von Kinderpornografie vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten die Kinder in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.”

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