Mit Default to Open gibt es eine schöne Dokumentation über die Entstehung von Red Hat und der Entwicklung der OpenSource-Szene sowie offene Software als Geschäftsmodell. Continue reading »
Das Auswärtige Amt wendet sich von offener Software ab. Ein Schritt, der dem AA seinen Vorbildcharakter nimmt. Das Bundesministerium des Inneren hat mit dem Canceln seines OpenSource-Projekts sicherlicht dazu beigetragen. Ich kann es weder für die Kosten- noch für die Sicherheitsseite nachvollziehen. Aber immerhin ist das ein Schritt, der fremde Regierungen freuen wird, hat man doch mit dem Wechsel zu Windows wieder ein relativ einfach anzugreifendes System.
Die erste Veröffentlichung von OpenOffice.org unter der Schirmherrschaft von Oracle fand Mitte Dezember letzten Jahres, genauer gesagt am 15.12.2010, statt. Allerdings war bei dieser Veröffentlichung keine kostenfreie Variante zu finden, einzig die zahlende Kundschaft wird hier bedient. Die Community-Edition ist bis heute nicht auf der zugehörigen Webseite zu finden – fast einen Monat später. Die Community Edition, das ist das, was OO.org groß gemacht hat, das was viele Menschen – mir inklusive – jahrelang genutzt und empfohlen haben. Für uns gibt es kein OpenOffice.org 3.3. Wieso? Vermutlich, weil wir nicht zahlen.
Oracle ist rein gewinnorientiert und zeigt kein Interesse an den Communitys rund um die Produkte die Sun geschaffen und gefördert hat. Das ist Kaputtalismus. Das ist nichts, was ich fördern möchte, deshalb ist OpenOffice.org von meinem System geflogen. Den Ausschlag zum Wechsel gab das nun vorhandene PPA für LibreOffice. LibreOffice ist ein Fork der letzten Community-Version von OpenOffice. Vorher war die Installation von LibreOffice fuddelig und man musste einige manuelle Schritter unternehmen. Mit dem PPA wird sogar die Deinstallation von OpenOffice.org automatisch vorgenommen – sehr schön!
Heute gab es sehr erfreuliche News aus den Reihen von SourceForge. Dort hat man sich nun dazu entschieden, dass man die Projekte entscheiden lässt, ob sie Benutzer aus “Schurkenstaaten” blocken wollen, oder nicht. Somit kann jedes Projekt für sich entscheiden, ob es gegen die US-Exportbeschränkungen verstößt und ob es somit den Zugang blockiert oder nicht. Leider klärt der Blog-Eintrag nicht darüber auf, ob User aus diesen Ländern nun auch committen dürfen.
Das tolle bei freier Software ist, dass sie frei ist und jeder Mensch sie benutzen und weiterentwickeln kann, egal welcher Rasse, welchem Glauben oder welcher Nationalität er angehört.
Nun muss eigentlich ein Satz mit einem großen ABER folgen. Grund dafür ist, dass SourceForge, einer der großen Hoster für FOSS-Projekte den Zugriff ihre für Besucher aus Kuba, dem Iran, Nord-Korea, dem Sudan sowie Syrien blockiert. Blockieren muss. Denn diese Staaten sind laut dem Verständnis der USA Schurkenstaaten.
Der Zugriff war schon vorher in der Art eingeschränkt, dass Menschen aus diesen Ländern daran gehindert wurden Code zu Projekten beizusteuern (committen). Dadurch, dass die US Sanktionen gegen diese Länder verhängt hat und SourceForge dem amerikanischen Unternehmen Geeknet gehört, sind sie leider die amerikanischen Gesetze gebunden und setzen diese leider um.
Ich finde die Blockade des Zugangs bedenklich, denn es werden damit Menschen ausgesperrt, die nicht unmittelbar für die Taten ihrer Länder verantwortlich gemacht werden können. Es spricht gegen mein Verständnis von Freiheit! Glücklicherweise lassen sich durch Proxys oder Anonymisierungsdienste diese Sperren umgehen! Und natürlich gibt es noch andere Anbieter, welche OpenSource-Projekte hosten.