Ich finds ja wunderbar, dass die Amerikaner und Europäer plötzlich gegen Gadaffi vorgehen. Nachdem Gadaffi vorher ein gern gesehener Partner war, dem der Zutritt zu unseren Regierungen selten verweigert wurde. Wer sucht, der findet Bilder von Gadaffi mit quasi jedem Regierungsoberhaupt der westlichen Welt. Lächelnd, mit Handschlag. Wie ein guter Freund wirkte er da. Selbst seine Zelte durfte er aufschlagen, er durfte Armeen von leichtbekleideten Frauen den Koran näherbringen und wurde getätschelt, als er sein Gadaffi-Mobil vorstellte.

Und jetzt? Nun ist er der Arsch. Ich muss zugeben, dass er zu sehr abgdreht ist und das leider nicht, wie in der Vergangenheit, zur Unterhaltung beiträgt. Aber eine Diktatur war Lybien schon vorher und niemand (da kann ich mich leider auch nicht ausnehmen) hatte Probleme damit. Nun herrscht ein Bürgerkrieg in Lybien und nach Monaten wird reagiert. Ein wirkliches Lossagen von Lybien habe ich zumindest von deutschen Ministern noch nicht gehört.

Dafür hörte ich heute morgen im Radio so einen SPD-Vertreter Vollidioten, der irgendwo in der EU über Sanktionen gegen Lybien berät. Die Konten von Gadaffi sollen eingefroren werden. Eine Flugverbotszone soll über Lybien entstehen. Und es soll keine Zahlungen mehr für Öl aus Lybien geben.
Willste mich verarschen?!

Konten einfrieren? Ach, ich Dummerchen. Ich habe ganz vergessen, dass in dem Moment, in dem die Konten eingefroren werden, sofort alle Gewehre aufhören zu schießen. Da draußen sterben Menschen!
Und die Einhaltung der Flugverbotszone wird sofort von Lybien durchgesetzt. Die finden es sicher auch super, wenn die EU sagt, dass keine Flugzeuge mehr über ihr Land fliegen dürfen. Erst recht nicht die Militärflugzeuge, die momentan die Bevölkerung Lybiens angreifen. Und außerdem, das ist ja der positive Nebeneffekt, deaktiviert das sofort alle motorisierten Kriegsmaschinen – Panzer, Jeeps, Rollatoren.
Und dass man Öllieferungen aus Lybien nicht bezahlt, das wird sie sicher ganz toll ärgern. Ne, wir verzichten nicht auf Öl aus Lybien. Wir wollen weiterhin lybisches Öl, nur bezahlen werden wir das nicht. Ist nen bisschen wie Diebstahl, oder?

Immerhin werden dieses Maßnahmen sofort dazu führen, dass die Zustände in Lybien für alle Bürger besser werden und niemand mehr zu Schaden kommt.
Demokratie? Pfffft… wenn Gadaffi der USA genug ans Bein gepinkelt hätte, dann hätte man die Regierung einfach zur Demokratie gebombt und eine amerikafreundliche Regierung installiert.

 

Für die Einführung der Vorratsdatenspeicherung gingen deutsche Politiker den Weg über die EU. Im Inland wollte man keine Vorratsdatenspeicherung, also wurde der Vorschlag zur EU durchgereicht und dort wurde dann eine EU-Richtlinie daraus. Dann verweist man einfach darauf, dass man diese Richtlinie natürlich umsetzen muss und schon hat man das gewünschte Ergebnis.

Aber es sieht nicht jeder so, dass man diese auch umsetzen muss. Gegen eine Umsetzung der EU-Richtlinie sprach sich nun die Neue Richtervereinigung in einem offenen Brief aus. Man solle ein Ergebnis abwarten, da die entsprechende Richtlinie noch diskutiert wird. Für Cecilia Malmström sieht die Sache dagegen bereits so aus, dass es bei der Vorratsdatenspeicherung bleiben wird. Merkwürdig ist, dass sie 2005 noch gänzlich gegen die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung war und darin einen ”äußerst schweren Eingriff in die Privatsphäre mit hohem Missbrauchspotenzial” sah.

Ich sehe das noch immer so und hoffe, dass man in diesem Fall auf die Neue Richtervereinigung hören wird.

 

Piratenpartei 200px breit

Nur noch knapp eine Woche ist es, bis die Bundestagswahl 2009 statt findet. Der Wahlkampf aller Parteien läuft, selbst die Piratenpartei mischt im Offline-Wahlkampf mit. So kann man hoffen, dass mehr Bürger die Piratenpartei auch offline wahrnehmen und sie kein Internet-Phänomen bleibt. Ich denke, der Aufstieg ins Bewusstsein der Bürger geht voran und aus Nerds von gestern werden die Politikmacher von morgen.

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Interessant finde ich ja, dass es doch keine E-Version von Windows 7 geben wird. E wie Europa, E wie ohne Internet Explorer. Nachdem sich Opera dafür eingesetzt hat, dass man beim Kauf von Windows mehr Browser-Auswahl bekommt, sollte zuerst die vorher erwähnte E-Version für Europa kommen, in welcher der Internet Explorer nicht mehr standardmäßig installiert ist. Nurnoch weitreichend benötigte Komponenten sollten enthalten sein. Vorgesehen war, den Internet Explorer in Form einer CD Kunden beim Kauf mitzugeben, sodass die gleich die Wahl haben Internet Explorer zu installieren. Und nun zerstört man die ursprüngliche Idee von Opera, weswegen man in Norwegen nicht so angetan davon ist!

Nun soll das ganze so gemacht werden, dass man nach der Installation einen Auswahlbildschirm bekommt, in welchem man sich für einen Browser entscheiden kann. Auf Preview-Screenshots sah man als Alternativen Firefox, Opera und Chrome. Der Internet Explorer stand natürlich auch zur Wahl, wird er doch nun auf jeden Fall mitinstalliert, da die Anzeige zur Auswahl eine Webseite ist! Zumindest im Vorschlag von Microsoft war das der Stand der Dinge, ich frage mich, ob das auch so umgesetzt wird. Das setzt nämlich voraus, dass man über eine Internet-Verbindung verfügt und ohne Zugang zum Internet kann man dann keinen anderen Browser auswählen. So optimal finde ich die Lösung nicht, aber ein Anfang. Ich frage mich, ob man Admins die Möglichkeiten geben wird diesen Auswahldialog zu aktivieren, was z.B. in Firmen großen Anklang finden könnte.

Kleine Notiz am Rande: Was bei Microsoft gut geklappt hat, das möchte Opera nun auch mit anderen Betriebssystemen versuchen und wünscht sich freie Browserauswahl bei Ubuntu und Macs.

 

Die EU-Bürger stimmen der Atomenergie wieder mehr zu und die G8 wollen mehr Öl. Eigentlich sollten sich die G8 und die EU meiner Meinung nach auf erneuerbare Energien konzentrieren und darauf, dass das benötigte Öl so effektiv wie möglich genutzt wird!

Ob die Zustimmung der Atomenergie durch Werbung für Atomenergie oder als Bürgerinitiative getarnte Lobbyisten kommt, weiss ich nicht. Mir selbst kam vor einiger Zeit in einer Zeitschrift Werbung für Atomenergie unter. Sehr subtil kam die Botschaft daher, geworben wurde mit grünen Wiesen und blauem Himmel für Energie ohne schädliche Emissionen und dass die Umwelt nicht darunter leide. Dann wurde auf eine Adresse verwiesen, welche ich leider nicht mehr weiss, welche aber dann Aufschluss darüber gab, dass es sich bei der Werbung um Kernenergie handle.

Ich stimme mit der Werbung für Atomenergie überhaupt nicht überein und denke, dass man damit eine Einbahnstraße beschreitet. Auf den mehr als schädlichen Atommüll, der in speziellen Lagerstätten unter der Erde versteckt wird, wird dabei selbstverfreilich nicht hingewiesen.

Ich denke, dass nicht nur bei der Atomkraft sondern auch bei der Nutzung von Öl als Kraftstoff eine Lobby dahinter steht, die viel Geld zur Verfügung hat. Die Lobby für Energie aus Wind, Wasser oder Sonne hat das, so denke ich, nicht in dem Maße. Das Argument, dass hinter Öl- und Atomkraft auch eine Industrie steht, welche bei anderen Energien Arbeitsplätze abbauen müsse und nicht mehr viel zum Umsatz der Wirtschaft beitragen kann, zieht sicher bei vielen Politikern, weshalb diese dann solche Energien unterstützen, ohne sich über mögliche Folgen Gedanken zu machen. Auch scheinen viele Politiker eine Endlichkeit von Öl nicht wahrhaben wollen, weshalb mit halbherzigen Ideen versucht wird das ganze zu strecken – Stichwort: Biosprit, welcher sich für eine Verteuereung der Nahrungsmittel verantwortlich zeigt.

Einige gehen schon den Weg der erneuerbaren Energien, ich denke, dass mehr und mehr Leute diese Investition wagen sollten und ihren Strom durch Solar- oder Windkraft herstellen sollten. Denn die Sonne und der Wind werden noch lange Energie liefern, bei Öl bin ich da ehrlich gesagt sehr skeptisch. Und Sonne und Wind verschmutzen die Umwelt nicht ;)

 

Die EU stimmte gegen den Vorschlag, dass Filesharer bei wiederholten Vergehen ihren Internetzugang verlieren.
So weit, so gut. Anscheinend sind ihnen ihre Bürger doch was wert.

Nur die Politiker der Krauts sehen ihre Bürger mal wieder als Feinde und lassen sich brav vor den Karren der Musikindustrie spannen. So sieht sich nun das geistige Eigentum geschützt. Und wer hat das Nachsehen? Die Bürger.

Dank laschen Forumlierungen (Stichwort “im gewerblichen Ausmaß”) und komischen Merkmalen (“große Dateigrößen” und “hohe Qualität”) mit viel Interpretationsspielraum darf nun eine Industrie Verkehrsdaten anfordern, um so ihre neu erhaltenen zivilrechtlichen Auskunftsansprüche zu nutzen. Dass die Daten so genutzt werden, so hiess es noch bei Einführung der Vorratsdatenspeicherung, sei nicht beabsichtigt und die Daten sollten nicht von irgendwelchen Industrien sondern nur von der Datenkrake Staat genutzt werden.
Wie sehr sich unsere Frau Zypries an ihre Aussagen hält, sieht man nun.

Die Regierung hofft, dass durch dieses Gesetz die Behörden zur Strafverfolgung entlastet werden. Aber ich zweifle ehrlich gesagt daran, die Musikindustrie wird sicher nicht aufhören ihre Kunden mit Massenklagen zu überhäufen, obwohl vorher ein Richter das ganze absegnen muss.

Trotzdem wird da der Datenschutz seiner Bürger vom Staat hinten an gestellt und stattdessen das Interesse eine Industrie vertreten, was mir garnout gefällt. Wenigstens wurde ausnahmsweise nicht der Terrorismus als Begründung für sinnlose Gesetzte verwendet.

 

Sehr gut finde ich die Aktion von foodwatch, welche eine einfache Lebensmittelkennzeichnung fordert!

Dabei sollen die Farben rot, gelb und grün signalisieren, wie gut oder eben nichtdas Produkt in Hinsicht auf Fett, Fettsäuren, Salz und Zucker ist! Leider stellt sich Gesundheitsminister Seehoofer dagegen quer, er fordert eine simple Angabe von Zahlen, keine vergleichenden Angaben wie bei der Ampelregelung.

Ich vermute dahinter ja Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie, ist die vergleichende Ampellösung doch für jeden Menschen gut interpretierbar! Bei der Methode mit den Zahlen hat man das Problem, dass die Angaben sich auf den vermuteten Tagesbedarf einer erwachsenen Frau beziehen. Tja, und das nützt mir garnischt!

Deshalb fände ich es gut, wenn möglichst viele diese Petition unterstützen – auch erwachsene Frauen mit ihrem vermuteten Tagesbedarf ;)

 

Mit ihren Vorschlägen in einem Positionspapier, welches an das EU-Parlament gerichtet ist, fordert die IFPI ISPs dazu auf, dass sie den Traffic ihrer Kunden nach den Wünschen der IFPI zensieren!

Einmal sollen bestimmte Protokolle geblockt werden, wenn diese Protokolle “mit verschiedenen Datentransfers assoziiert sind”, wobei auch legale Angebote wie Jamendo, UrT oder diverse Linux-Distributionen diese Protokolle verwenden. Dabei ist man bei der IFPI wieder komplett blind gegen mögliche Folgeschäden durch diese Blockkaden. Ich denke, viele WoW-User fänden es alles andere als amüsant, wenn sie plötzlich stundenlang auf ihre Updates warten müssten, weil die WoW-Server durch einen großen Ansturm überlastet sind, weil ISPs einfach das BitTorrent-Protokoll blockieren.

Dann soll der ISP im Traffic seiner Kunden nach Audiodateien schnüffeln und in einer Datenbank abgleichen, ob die Datei verbreitet werden darf oder nicht. Hier könnte die IFPI auch Dateien von IFPI-feindlichen Künstlern aufnehmen und diese Blockieren, da die IFPI die Datenbank für dieses Vorgehen stellen will. Dann würde es wieder mal Personen treffen, welche damit nichts zu tun haben.
Ausserdem ist es kein beruhigendes Gefühl, dass mein ISP in meinem Traffic rumschnüffelt. Aber Schnüffelei scheint bei der EU gerne gesehen, anders kann man auch die Vorratsdatenspeicherung nicht erklären!

Als letzte Möglichkeit sollen bestimmte Webseiten blockiert werden. Z.B. unsere schwedischen Freunde der Piratenbucht oder die russischen Vertreter kostengünstiger Musik AllOfMP3. Dass solche Seiten auch oftmals Chancen für neue und gegenüber der IFPI unabhängige Künstler bedeuten wird hier ignoriert.

Ich bin, wer hätte es gedacht, eindeutig gegen solche Zensur-Massnahmen, vorallem wenn das ganze EU-weit durchgeführt werden soll. Anscheinend scheinen die Befürworter des ganzen sich keine Gedanken darüber zu machen, was sie da eigentlich beschlossen haben wollen! Es bleibt nur zu hoffen, dass diesmal der Protest des Volkes, welches eigentlich vertreten und nicht in seinen Rechten eingeschränkt, mundtot gemacht und überwacht werden soll, hilft, falls das EU-Parlament einen Beschluss dieser Zensur durchbringen will!

 

Es ist beruhigend zu hören, dass es um die Arbeitsbedingungen und Menschenrechte im Reich der Mitte offenbar wunderbar steht, die Aidspandemie eingedämmt, die Drittweltländer bestens mit Medikamenten versorgt und Welthandelsprobleme wie Ausbeutung und ungleichem Tausch gelöst sind, anders kann man sich die Problem-Rangfolge Erderwärmung, Piraterie, alles andere kaum erklären.

Besser hätte ich diesen Post nicht anfangen können, also habe ich einfach bei den Gulli-News kopiert. In deren Artikel geht es um den chinesischen Präsident Hu Jintao, der folgende Prioritäten setzt bei den Problemen der Welt:

  1. Klimakatastrophe
  2. Piraterie

Gerade beim kommunisitischen China wundert mich diese Aufzählung, da scheint man dem kapitalistischen Westen näher als sonst.

Ausserdem hat die Welt dringendere Probleme, als angeblich entgangene Einnahmen von ein paar Firmen, die meinen, dass sie den Käufern ihre Rechte beschneiden müssen, um sie anschliessend auch noch verklagen müssen, weil sie gegen deren Copyright verstossen.

Da überlege ich es mir auch zweimal, ob ich mein Geld für einen Tonträger ausgebe, den ich mir nicht digitalisieren kann, weil ich keine CD sondern eine kaputte Un-CD gekauft habe.

Wer sich ein wenig für das Thema interessiert, für den hat der Torrentfreak einen Hinweis für einen Film parat: Good Cop Bad Copy.

Und nein, man muss für den Film nichts bezahlen. Trotzdem entgehen der MPAA sicher Millionen durch den kostenlosen Download dieses frei per Bittorrent verfügbaren Filmes!

Wer, wie ich, genau so frustriert und enttäuscht von DRM ist, der kann bald seine Einstellung zeigen mit Anti-DRM-T-Shirts, für welche gerade die Abstimmung für das Logo läuft. Egal welches Logo gewinnt, man wird aufgefordert seine Lieblingsmotive sich selbst auch T-Shirts zu drucken und die Bilder zu verbreiten.
Nummer 6, 9, 10. 19, 21, 23, 25 , 34 und 44 kämen zumindest bei mir in eine engere Auswahl ;)

Kleiner Nachschlag:

Selbst die EU hat nichts besseres zu tun als sinnlose Verbote zu diskutieren, steht bei denen doch wieder mal das Killerspiele-Verbot auf dem Programm.

Und schon 1992 waren Kopien der Industrie ein Gräuel, wie Don’t Copy That Floppy! beweist.

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