Wo ich gerade schon was über eine ePetition schrieb, hier ist noch eine unterschreibenswerte: für gesetzliche Regelungen für Whistleblower-Schutz. Whistleblower sind mutige Menschen, couragierte Menschen. Menschen, die meinen Respekt genießen.

Nun will eventuell der Eine oder die Andere noch ein wenig mehr zu Whistleblowing erfahren, bevor sie eine Petition mitzeichnen. Dazu verweise ich auf den Talk Whistleblowing – Licht ins Dunkel vom 27C3. Den gibts als Download z.B. hier.

 

Offene WLANs? Gaaaanz böse, dann steht sofort die Polizei in der Wohnung. Macht mir zumindest dieses Comic vor. Wär ja doof, wenn jemand mit meinem WLAN was böses macht, denn ich bin der, der es ausbaden muss.

Leider sieht die aktuelle Rechtslage dem Comic sehr ähnlich. Ich finde aber offene WLANs toll – spätestens dann, wenn man in einer fremden Stadt ist und mal schnell im Internet den Weg zum Hotel suchen will. Oder kurz die Mails checken.

Nun bin ich nicht der einzige, der gerne mehr offene WLANs hätte, unkreativ sieht es ähnlich. Und er hat nicht nur die Lage ausführlich beschrieben, er hat noch viel mehr gemacht: eine ePetition beim Bundestag erstellt, in welcher eine rechtliche Grundlage für den straffreien Betrieb von WLANs fordert. Worauf wartet ihr? Unterschreiben!

 

So sehr mich der durch das Volk herbeidemonstrierte Regierungswechsel in Tunesien freut, so sehr wundere ich mich über die Rückhaltung der deutschen Regierung zu diesem Thema. Behaltet einfach mal im Hinterkopf, dass niemand Ben Ali wegen seiner Art der Regierung anprangerte, niemand in das Land einmarschiert ist und niemand ihm weitreichende Sanktionen angedroht hat.
Ben Ali war irgendwie schon okay, scheint mir. Sonst hätte die Weltpolizei doch sicherlich schon einen Anlauf unternommen ihn zur Demokratie zu bomben, oder?

 

In der taz ist ein Interview mit Katharina Spieß, welche Expertin für die Polizei bei Amnesty International ist. In diesesm Interview spricht sie darüber, dass es keine unabhängigen Ermittlungen gegen Polizisten gibt. Ich denke, dass viele Polizisten nicht gerne gegen ihre eigenen Leute arbeiten (wer macht das schon gerne?), aber es ist notwendig, dass das mit der gleichen Genauigkeit und Unvoreingenommenheit passiert, wie ich das bei anderen Straftaten erwarte.

Und wo hier gerade von AI und der Polizei die Rede ist, passt ein Hinweis auf die Kampagne zur Kennzeichnung von Polizisten. Transparenz schützt Menschenrechte – der Slogan ist gut und er passt. Eine Kennzeichnung von Polizisten gibt Opfern von Polizeigewalt und deren Zeugen die Möglichkeit Beamte in ihren Riot-Gears zu identifizieren und Verfahren gegen sie einzuleiten.
Dass man so Polizisten Racheaktionen und mehr Gewalt aussetzt halte ich für kein gutes Argument. Ich benötige keine Klarnamen auf Uniformen, aber eine eindeutig zuzuordnende Nummer wäre eine Hilfe. Es muss ja auch nicht jeder Polizist immer die gleiche Nummer haben, die können pro Einsatz wechseln. Aber es muss später eindeutig nachvollziehbar sein wer welche Nummer trug.

In Berlin klappt das mit der Kennzeichnung doch auch – wieso nicht im kompletten Bundesgebiet? Ich behaupte einfach mal, dass jeder Polizist, der nach bestem Wissen und Gewissen handelt, der sich an das Gesetz hält, welches er vertritt, damit keine Probleme haben sollte. Wenn trotzdem eine Anzeige gegen ihn gestellt wird und er wirklich unschuldig ist, dann wird das Verfahren eingestellt oder er freigesprochen.

 

Die Faszination, welche verlassene Orte auf mich ausüben, war hier bereits Thema. Nun habe ich noch ein paar Artikel gelesen, bei denen es um relativ frisch verlassene Gegenden geht. Ein Artikel dreht sich um verlassene Gebäude in Motor City, Detroit. Ein französisches Fotografen-Team hat die Stadt zwischen 2005 und 2009 mehrmals besucht und dabei die verlassenen Gegenden fotografiert. Das ganze gibts als Bildband the Ruins of Detroit – den ich natürlich haben möchte. Der Guardian hat dazu einen Artikel samt Galerie.

Und bei einestages finden sich gleich zwei Artikel, die sich um Verlassene Siedlungen drehen, welche um Industrieanlagen entstanden sind. Einmal gehts nach Schweden, wo ein Wirtschaftshistoriker festhält, was mit den verlassenen Gegenden geschieht. Der andere Artikel dreht sich um den Ort Pyramiden in der Antarktis, wo Kohle gefördert wurde. Besonders hierbei ist, dass der Ort dabei nur einige Monate im Jahr zugänglich ist und somit ein eigener Mikrokosmos entstand, welcher alles lebensnotwendige für die Bewohner bereithielt.

Interessant bei allen Artikeln ist, dass die Gebäude größtenteils so zurückgelassen wurden, als würde man jeden Moment wieder dorthin zurückkehren. Man merkt den Orten an, dass sie verlassen wurden, aber es wurde nicht alles eingepackt und man findet nicht nur leere Ruinen vor. Toll!

 

Viele Menschen schieben Panik wegen Dioxin in ihren Eiern. Und Frau Aigner, unsere Verbraucherschutzministerin, will uns natürlich schützen und Kontrollen bei Futterherstellern verschärfen und die Strafen bei Vergehen erhöhen. Weh tun soll es, aber wird etwas passieren?

Ich bin noch immer wütend auf Aigner, weil sie nicht die Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittel unterstützte, sondern den von der Industrie vorgelegten Ansatz des Guideline Daily Amount (GDA). Wohlwollend kann man sagen, dass die Ergebnisse einer Umfrage auf ihre eigene Art interpretierte. Ich würde behaupten sie hat damit uns als Verbraucher verarscht.

Der gesundheitliche Verbraucherschutz hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.

Das sagte Aigner heute auf einer Pressekonferenz bezüglich der mit Dioxin belasteten Eier. Schade, dass sie diese Ansicht nicht in Bezug auf die Lebensmittelkennzeichnung hatte…

 

Für die Einführung der Vorratsdatenspeicherung gingen deutsche Politiker den Weg über die EU. Im Inland wollte man keine Vorratsdatenspeicherung, also wurde der Vorschlag zur EU durchgereicht und dort wurde dann eine EU-Richtlinie daraus. Dann verweist man einfach darauf, dass man diese Richtlinie natürlich umsetzen muss und schon hat man das gewünschte Ergebnis.

Aber es sieht nicht jeder so, dass man diese auch umsetzen muss. Gegen eine Umsetzung der EU-Richtlinie sprach sich nun die Neue Richtervereinigung in einem offenen Brief aus. Man solle ein Ergebnis abwarten, da die entsprechende Richtlinie noch diskutiert wird. Für Cecilia Malmström sieht die Sache dagegen bereits so aus, dass es bei der Vorratsdatenspeicherung bleiben wird. Merkwürdig ist, dass sie 2005 noch gänzlich gegen die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung war und darin einen ”äußerst schweren Eingriff in die Privatsphäre mit hohem Missbrauchspotenzial” sah.

Ich sehe das noch immer so und hoffe, dass man in diesem Fall auf die Neue Richtervereinigung hören wird.

 
Baby Tyler by Nadia Phaneuf

Baby Tyler by Nadia Phaneuf

Ich habe die 18 seit längerem, die 21 auch schon seit einiger Zeit hinter mir gelassen. Ich bin voll strafmündig und gelte für das Gesetz nicht mehr als minderjährig. Trotzdem werde ich immer wieder so behandelt.

Ob Spiele, Filme oder sogar Bücher – in Deutschland ist es nicht immer leicht an die originalen, unzensierten Titel zu gelangen. Einige Läden bieten indizierte Original-Titel per Nachfrage quasi unter der Ladentheke an, viele aber haben kein solches Angebot. Ein falsches Symbol, ein falsches Wort und schwupp-di-wupp verschwindet der Titel aus dem Handel. Ist er indiziert, dann darf er nicht beworben, dazu zählt auch öffentlich im Laden ausgestellt zu sein, aber wohl verkauft werden. Landet ein Titel auf dem Index, dann sorgt es leider auch dafür, dass ein Import-Verbot besteht. Doof.

Und das alles, weil ein paar alte Säcke meinen die Jugend schützen zu müssen. Okay, das hat irgendwo Sinn, das sehe ich ein. Aber ich bin nicht mehr schützenswert, ich will selbst entscheiden können, welche Spiele ich spiele, welche Bücher ich lese und welche Filme ich schaue. Und hier werde ich leider durch den Jugendschutz behindert. Bietet soviele geschnittene Medien an, wie ihr wollt – aber lasst mir die Möglichkeit, dass ich problemlos an ungeschnittene Werke komme!

Ein einfacher Weg ist normalerweise der Weg über Händler im Ausland, Österreich beispielsweise. Die versenden auch die ungeschnittenen Versionen nach Deutschland und man erfreut sich aller Details. Bei Steam habe ich einen China-Seller gefunden, der mir ermöglicht das Original zu spielen. Aber moment, was las ich dort neulich?

Due to restrictions from Steam it is forbidden to activate the uncut version of this product in Germany, to activate this product please contact our support team after purchase to help you with the activation on Steam.

Und das ist leider kein Einzelfall. Wer ein ungeschnittenes Call of Duty: Black Ops gekauft hat, der steht eventuell vor ähnlichen Problemen. Ich habe etwas gekauft und kann es nicht nutzen. In meinen Augen eine große Sauerei!

Und dann wird gemacht, was immer schon gemacht wurde: es geht ins . Wenn man nicht gerade besonders wenig Glück hat, dann findet man dort das, was man sucht – ungeschnitten und ohne Einschränkungen. Tut den Kreativen leider nicht so gut, aber wenn das der einzige Weg ist, dann bin ich, sind viele bereit ihn zu gehen. Weil wir alt genug sind, weil wir selbst entscheiden wollen, was wir uns zu Gemüte führen.

 

Wenn in Ungarn eine Behörde die Veröffentlichungen aller Medien kontrolliert, dann sorgt das für einen Aufschrei, kommt sogar zu einer Untersuchung der EU.

Wenn Frankreich ihrer Regierung das Recht gibt Seiten im Internet zu sperren, dann passiert nichts, wird es kaum wahrgenommen. Ist immerhin nur ein Medium.

Wenn in Deutschland Zeitungen Berichte über unsere Regierung veröffentlichen, dann werden diese Veröffentlichungen kritisiert. Und verschiedene Verlage, Zeitungen, Menschen beteiligen sich an einem Appell gegen die Verfolgung von Wikileaks, ein Appell für die Wahrung der Meinungsfreiheit und der freien Presse.

Wieso wird immer wieder versucht missliebige Stimmen zu verbieten? Wir leben in einer Demokratie, jeder sollte sich äußern können. Egal ob im privaten Gespräch, in der Zeitung oder im Internet. Wir haben das Recht öffentlich unsere Meinung zu sagen! Ich dachte immer, dass nur Diktaturen eine Zensur brauchen. Arbeiten Regierungen in der EU auf eine solche hin?

 

Intel will den Verkauf seiner neuen Prozessoren mit Sandy Bridge Prozessorarchitektur ankurbeln. Aber nicht durch die Beilage von irgendwelchen (Hardware-)Goodies, sondern indem sie dadurch Zugang zu Full-HD-Kinofilmen bieten. Diese kann man sich dann anschauen, sobald sie im Handel erscheinen, ohne dass man sich den Film kaufen muss. Das Programm nennt sich Intel Insider. Als ich die News dazu las, wurde ich stutzig. Irgendwas von der Etablierung einer “sicheren Kopierschutzkette” stand dort.

Eine kurze Recherche ergab dann, dass die Architektur mehr kann als einen Hardware-Kopierschutz zu bieten, er hat einen Killswitch eingebaut und soll die Möglichkeit bieten die Festplatten zu löschen. Und das alles aus der Ferne, per UMTS oder Internetverbindung.

Ich habe leider keine weiteren Details dazu finden können. Mich würde brennend interessieren, wie der Prozessor den Kopierschutz anwenden will und ob das ganze nur mit Windows funktioniert (also von Software unterstütz) oder ob wirklich eine Hardware-Implementierung vorhanden ist. Und natürlich würde mich auch interessieren, wie der Prozessor einen solchen Befehl per UMTS (neudeutsch auch 3G genannt) empfangen kann und welche Vorsichtsmaßnahmen es gibt, damit der Chip nicht ausversehen die Festplatte ins Nirvana befördert.

Irgendwo gefällen mir diese Möglichkeiten nicht besonders. Zum einen könnte es sehr desaströs werden, wenn Intel sich irgendwann mal dazu entscheidet einfach ganzen Chips zu deaktivieren – die Möglichkeiten dazu haben sie in der Hand. Oder auch wenn jemand einen Weg findet alle Chips zu deaktivieren. Dann bleiben die Bildschirme schwarz. Und Intel freut sich eventuell darüber, dass sie abermillionen neuer Prozessoren verkaufen können.
Und zum anderen erinnert mich die Sache sehr an TPM, falls sich daran noch jemand erinnert.
Beides sind nun nicht gerade Dinge, die ich unbedingt haben möchte. Ich will die Kontrolle über meine CPU und sie soll auch nicht von irgendwem deaktiviert werden können.

© 2012 startafire Suffusion theme by Sayontan Sinha