Da habe ich die letzten zwei Wochen auf der Arbeit damit verbracht eine vorhandene Komponente neu zu schreiben. Und wenn ich meine Arbeit fertig habe, dann steht an letzter Stelle immer der Commit im Versionskontrollsystem. Da habe ich meinen Task, mit dem die Dateien verknüpft sind, die ich bearbeite. Und wenn ich den Task abschließen möchte, weil meine Arbeit zu ende ist, dann passiert was? Ich werde gefragt, ob ich tatsächlich den Task abschließen möchte. Bejahe ich, dann wird der Commit durchgeführt und ich werde über den Abschluss informiert.

Für mein unterbewusstes Belohnungssystem ist es schön, dass ich endlich eine Aufgabe erledigen konnte. Und irgendwo ist es auch ganz toll zu sehen, wenn die Aufgabe nicht mehr auf der noch-zu-erledigen-Liste steht. Aber sonst? Keine netten Worte, keine Anerkennung für die produzierte Menge Code oder die geschaffte Arbeit. Kein Klopfen auf die Schulter, keine lobenden Worte, kein warmer Kaffee, der plötzlich auf meinem Schreibtisch erscheint.

Man macht die Arbeit, weil es erwartet wird, dass man sie macht. Klar, so verdient man sein Geld. Aber wäre es nicht schön, wenn es eine Wertschätzung der Arbeit geben würde? Bei kleinen Commits ne kleine Tasse Kaffee, bei großen Commits entsprechend ne große? Oder Kekse für nen Commit?
Was ist also die Lösung? Subversion, git oder was man sonst so nutzt mit der Kaffeemaschine koppeln?

Nein, das wird wohl eher nicht funktionieren, auch wenn es für viele Coder reizvoll wäre. ;)
Wie wär es stattdessen das jeweilige Programm ein wenig aufzubohren, so dass es Feedback gibt? Man könnte versuchen anhand der geänderten Dateien oder Zeilen die Menge zu unterscheiden. Und je nachdem eine Nachricht beim Commit anzeigen. 2 Zeilen Code? Dann gibts nen well done als virtuellen warmen Händedruck für den Programmierer. Bei 100 sloc gibts ein good job, bei über 500 ein helluva job, I’m proud you made it! Natürlich muss das entsprechend mit einem Awesome-Smiley dekoriert werden!
Ist die Idee nun völlig daneben oder eine gute Methode um zu erreichen, dass man mehr zufriedene Coder (Erinnerung: zufriedene Coder = bessere Coder) hat? Was meint ihr dazu?

  5 Responses to “Belohnungen für Entwickler”

  1. Wie willst du denn bewerten, was ein “good job” ist? sloc sagen doch so gut wie gar nichts aus…

  2. Du hast Recht, darüber sagen die SLOC nichts aus, aber es geht mir auch nicht um die Bewertung der geleisteten Arbeit, sondern darum den Entwicklern für ihren Commit ein bisschen Feedback zu geben.
    Da habe ich einfach mal die naive Annahme getroffen, dass viele geänderte SLOC zu produzieren viel Arbeit und wenig SLOC eben nicht so viel Arbeit sind. Klar ist das arg vereinfacht und manchmal steckt hinter einer Zeile der Aufwand mehrerer Stunden und viele Zeilen wurden einfach von woanders reinkopiert.

    Es muss auch nicht zwingend die Menge an SLOC sein, die gezählt wird, man könnte auch den Zeitraum wie lange eine Dateie ausgecheckt war nehmen.

    Was hälst du allgemein von der Idee den Entwicklern ein wenig gutes Feedback nach einem Commit zu geben?

  3. Im Grunde genommen ist das der Effekt der Dienstleistungsgesellschaft. Immer mehr Leute arbeiten im Hintergrund, keiner weiß es, keinen interessiert es. Hauptsache es funktioniert. Resonanz ist nur dann ein vorhanden, wenn etwas nicht funktioniert und selbst da beläuft sie sich meist nicht auf konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge, sondern äußert sich in Form von Missbilligung.

    Gerade da ist dann ein firmeninternes Reviewing umso wichtiger. Der Output soll ja nicht in der Versenkung verschwinden, sondern analysiert, optimiert und dann gegebenenfalls als Input für andere Projekt verwendet werden.

    Das man nicht mehr wie ein kleines Kind für alles Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen kann ist klar, aber mir kann niemand erzählen, dass ihm Lob, Zuspruch, Schulterklopfen etc. nicht gut tun. Es fällt einem ja nicht gleich ein Stern aus der Krone, wenn man seinen Mitmenschen mal Anerkennung zollt.

    Feedback ist wichtig, was soll man aus dem abgeschlossenen Projekt mitnehmen, wenn es keinen Rücklauf gibt? Sicher ist eine qualitative Bewertung oft schwer, – wobei es hierfür standardisierte Systeme gibt – aber meiner Meinung nach für eine stetige Verbesserung und Weiterentwicklung, auch von einem selbst, essentiell.
    Mal davon abgesehen, dass motivierte Mitarbeiter unbezahlbar sind und man gut daran tut, diese bei Laune zu halten!

  4. Ich finde so ein automatisierter Ansatz geht in die falsche Richtung. Sinnvoller wäre es, eine Feedbackkultur auf sozialer Ebene zu etablieren. Das ist bei Fernarbeitsplätzen natürlich schwierig, aber bei normalen Arbeitsplätzen gibt es noch einiges an Potential meiner Meinung nach.

  5. Ein fachliches Feedback ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Dazu bedarf es aber, in manchen Fällen, einer Person die auch Ahnung vom fachlichen hat. Man denke an einen Chef-Programmierer, der vielleicht noch mit irgendwelchen Projektmanagern zusammenarbeiten muss, die nur wenig Fachkompetenz besitzen. Da kann das Feedback dann nur Dinge betreffen die dem Feedbackgeber auch geläufig sind.

    In Firmen, in denen die interne Kommunikation stimmt, steht es mit der “Feedback-Kultur” nicht so übel. Wenn es an “Feedback-Kultur” mangelt, muss meist erst mal die interne Kommunikation genauer betrachtet werden. (Können die Mitarbeiter miteinander? Herrscht eher Konkurrenzverhalten oder eine gute Zusammenarbeit). Ich stimme da Nani völlig zu. Ich kann Nightwolf nicht da nicht zustimmen, dass es bei vielen Arbeitsplätzen noch Potenzial (meinst du damit Handlungsbedarf) gibt. Die erfolgreichen Firmen sind sich bewusst, dass die Mitarbeiter zufrieden sein müssen. Eine Firma in der das nicht der Fall ist, überlebt nicht lange, weil der Erfolg am Markt, mangels Arbeitsqualität, ausbleibt – oder weil die Mitarbeiter abwandern.

    Ich bin entschieden gegen ein “automatisches Feedback-System” wie du es skizziert hast. Denn es hat nichts mit Feedback zu tun, wie es Arbeitskollegen einem geben können. So ein automatisiertes Ego-Streichel-System ist eher unförderlich für die persönliche Weiterentwicklung. Man macht sich dadurch zu sehr von der Anerkennung abhängig. In dem von dir beschriebenem Fall geht es ja auch darum, schnelles Lob zu bekommen. Tatsächlich sieht es aber im Leben oft so aus, dass sich ein Erfolg erst nach Jahren einstellt und es bis dahin ein steiniger Weg seien kann. Wenn man nicht in der Lage ist, sich selber zu Motivieren und zu Loben, verliert man seine Ziele aus den Augen, denn nicht immer ist jemand da um einen für geschafftes zu Loben oder zu Tadeln. Vielmehr sollte man sich auch unabhängig, vom Lob anderer, über sein Schaffen freuen. Der Commit-Streichler hat zwar kurzfristig eine positive Wirkung (Dopaminausschüttung im Nucleus accumbens), führt jedoch zu einer Erwartungshaltung, die im Endeffekt dem “User” nur schadet, da er sein Wohlbefinden von “return values” abhängig macht.

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