Wahlkampfgetöse (by Pantoffelpunk)

Wahlkampfgetöse (by Pantoffelpunk)

Verkündet das Wort!

via Pantoffelpunk.

 

Eigentlich sollte die Überschrift komplett groß geschrieben und mit weiteren Ausrufezeichen verziert sein. Ungefähr so:

DAS IST KEIN FUCKING JUGENDSCHUTZ!!!!!!!!1111einseinself

Aber, man will ja auch als Blogger einigermaßen seriös rüberkommen. Wieso rege ich mich eigentlich auf? Nein, ausnahmsweise geht es nicht um Frau von der Leyen, eher um das Jugendschutzprogramm. Auf dieser Seite wird eine Blacklist angeboten, welche die Kinder vor den bösen, bösen Seiten im Internet schützen soll. Quasi einmal Netzzensur in kleiner, “freiwilliger” Basis. Das ganze brüstet sich damit, dass es mit dem System der ICRA zusammenarbeitet. Womit sich weniger gebrüstet wird ist, dass die Seite eigentlich der Erotik-Industrie gehört. Genauer gesagt wird die Seite von Fundorado betrieben, welche wiederum eine Tochterfirma des ISPs Freenet und des Erotik-Anbieters Orion handelt.

Nein, ich mag hier nun nicht verteufeln, dass Freenet und Orion, bzw. Fundorado, sich darum kümmern, dass unsere Kinder keine Pornos anschauen dürfen. Sollen sie das doch anbieten, wenn sie möchten! Störend finde ich eher, welche Seiten man alles auf der Sperrliste findet:

Und nun erkläre mir bitte mal jemand, warum Seiten, die sich entweder kritisch zu Internetsperren äußern, oder unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlichte Musik veröffentlichen, auf dieser Liste sind. Aber das sind ja nicht alle, es gibt noch eine Menge mehr davon, welche nicht unbedingt in dieses Raster passen, Sogar die Parteien erwischt es! Das hier ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie solche Sperrlisten missbraucht werden können, um Kritiker oder unerwünschte Seiten mundtot zu machen! Und genau diese Gefahr sehe ich auch bei der Netzzensur des Familienministeriums auf uns zukommen, weswegen man sich auf jeden Fall an der Petition gegen die Sperrung von Internetseiten beteiligen sollte!

 

Seit letztem Dienstag ist der kleine bei mir im Einsatz. Da ich noch keinen Grund sehe auf Windows umzusteigen, war es klar, dass ich mir dort ein anderes Betriebssystem installieren würde. Die Wahl fiel vorerst auf den Ubuntu Netbook Remix. Aber wahrscheinlich werde ich das noch ändern, denn die Festplatte möchte ich verschlüsselt haben, wenn dort schon meine Daten drauf sind. Und ich bin eigentlich auch nicht wirklich auf irgendwas des Netbook Remixes angewiesen, ehrlich gesagt ist  der Netbook Launcher schon längst deinstalliert. Wahrscheinlich war die Wahl deshalb so gefallen, weil es eine einfache Installation war und bisher alles funktioniert! Ein anderer Installationskandidat wäre in meinen Augen noch Crunchbang Linux, ein auf sparsamen Ressourcenverbrauch getrimmtes Ubuntu 8.10.

Es lief zwar so ziemlich alles, aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen ein paar Anpassungen durchzuführen.

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Der Meinung sind momentan über 37.000 Menschen, es unterschreiben ca. 10 Menschen pro Minuten eine Online-Petition gegen die durch von der Leyen durchgedrückte Internetzensur. Diese ePetition findet sich auf der Website des deutschen Bundestags. Die Unterschriftensammlung ist seit Montag morgen aktiv und wird am 16.06. beendet. Wer seine Unterschrift auf die Liste setzen will, der muss dazu seine realen Daten – in diesem Fall Name und Anschrift – angeben! Eine Petition für die Netzzensur fand in 2 Wochen nur bislang 100 Unterzeichner. Andere Petitionen haben Mühen mehr als 500 Mitzeichner zu bekommen, bei dieser Petition scheinen die Zahlen der Mitzeichner förmlich zu explodieren! Edit: Wer sich für eine grafische Darstellung der Anzahl der Mitzeichner interessiert, der darf hier schauen.

Aber worum geht es der Petition genau?

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Wie schon mehrfach berichtet, ist dieses Zensursystem nicht wirksam – lässt sich aber vor Unwissenden gut vermarkten! Außerdem wird das System bis zu seinem Einsatz noch warten müssen, da die Software dafür noch nicht vorhanden ist. Das klingt zwar vorerst gut, aber ist eben auch nur ein Aufschub.

Und was gibt es sonst noch so? Auf EU-Ebene soll etwas ähnliches durchgeführt werden, nur mit weiter gefassten Möglichkeiten zur Netzzensur, welche Mitgliedsstaaten dazu verpflichten würde! Auch die Forderung danach, dass das deutsche Zensursystem nun zur Filterung anderer Inhalte genutzt wird, gibt es schon – namentlich wird z.B. der One-Click-Hoster Rapidshare genannt!

Also, meine Meinung ist klar:
Ich bin gegen solche Zensurmaßnahmen, in meinen Augen ist der richtige Weg gegen die Betreiber vorzugehen und nicht eine solche unsichere Lösung, welche sich aber für Frau von der Leyen gut vermarkten lässt! Wenn ihr der gleichen Meinung seid, dann tut euch den Gefallen und unterzeichnet!

PS: Zu guter letzt gibt es hier noch einen Verweis auf einen Beitrag mit dem Titel “Warum es um Zensur geht” von Jens Scholz, welcher zur Verbreitung von eben jenem aufruft. (Erfahren habe ich davon durch Nerdcore)

 

Bei F!XMBR stiess ich auf den Link zum Hintergrund des Time.com 100-Hacks.Ist ist interessant zu sehen, wie vorgegangen wurde und es gibt einem selbst auch Anregungen,was man nicht machen sollte, wenn man eine nicht manipulierbare Umfrage programmieren möchte! Interessant finde ich dabei vorallem, dass IPv6-User nicht gebannt wurden – je mehr IPv6 genutzt wird, desto mehr sollte man sich Gedanken dazu machen!

Leider ist der Codes der beiden Perl-, Scripte nicht verfügbar, das würde mich auch mal interessieren! Also, falls die irgendwer hat und teilen mag, immer her damit ;)

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